Versorgungsbatterie Doppelbatteriesystem oder Ladebooster?

Versorgungsbatterie Doppelbatteriesystem oder Ladebooster?

23. Juni 2020 Aus Von Peter

Für den Einbau einer zweiten Batterie gibt es vor allem zwei Gründe. Beim Verreisen mit dem Fahrzeug dient die Zusatzbatterie zur Versorgung von Geräten wie dem Kühlschrank und anderem Elektrozubehör wie Lampen, Ladegeräten, etc. Somit wird vermieden, dass die Zusatzverbraucher die Starterbatterie soweit entladen, dass ein Fahrzeugstart nicht mehr möglich.

Wer oft und regelmässig mit einer Seilwinde arbeitet, dem kann eine zweite Batterie teilweise auch bei Bedarf zusätzlichen „Saft“ zur Verfügung stellen.

Beim Land Rover Discovery und anderen modernen Fahrzeugen mit einer Vielzahl elektrischer Verbraucher kommt noch ein weiterer Punkt hinzu. Bei häufigem Öffnen und Schließen der Türen und Entriegeln und Verriegeln wechselt das Fahrzeug immer wieder aus dem Schlafzustand in den Bereitschaftszustand. Dabei werden Steuergeräte aktiviert und die Kraftstoffpumpe arbeitet um die Leitungen zu entlüften. Wenn dies immer wieder passiert, ohne dass der Motor wirklich gestartet wird und die Batterien nachgeladen werden kann, wird die Starterbatterie soweit entladen, dass das Fahrzeug irgendwann nicht mehr angelassen werden kann.

Mit einer zuschaltbaren Zusatzbatterie reicht ein Tastendruck, um die Versorgungsbatterie mit der Starterbatterie zu verbinden und schon kann das Fahrzeug wieder angelassen werden.

Doppelbatteriesystem oder Ladebooster

Es gibt verschiedene Systeme auf dem Markt, die speziell für den Einsatz in Fahrzeugen entwickelt wurden und den Zweck erfüllen, dass eine zweite Batterie geladen wird.

Grundsätzlich unterscheidet man in Systeme die die Ladespannung des Fahrzeuggenerators zum Laden der zweiten Batterie verwenden und in der Lage sind die Batterien direkt miteinander zu verbinden (z.B. das DBS02 von Tmax)
und anderen Systemen die als Ladebooster fungieren und die anliegende Spannung durch eine elektronische Schaltung auf ein höheres Niveau anheben (boosten, z.B. Ctek d250).

Eine unserer Empfehlungen aus der zuerst genannten Kategorie ist das Doppelbatteriesystem DBS02 von T-Max. Das DBS stellt eine elektronisch zuschaltbare Verbindungsmöglichkeit (Relais) zwischen der Starterbatterie und der Versorgungsbatterie zur Verfügung und misst gleichzeitig die Batteriespannung in beiden Batterien und zeigt diese dem Benutzer an. Sobald die Lichtmaschine des Fahrzeuges eine Spannung oberhalb von 13,3V bereitstellt verbindet das DBS über das Relais die Starterbatterie mit der Versorgungsbatterie, so dass beide Batterien gleichzeitig geladen werden. Ansonsten werden die Batterien voneinander getrennt, so dass keine gegenseitige Entladung stattfinden kann. Das DBS ermöglicht es zudem problemlos verschiedene Batterietypen einzusetzen. Neben der üblicherweise verbauten Standard-Bleibatterie kann als Zusatzbatterie auch eine zyklenfeste AGM-Batterie oder eine besonders leistungsfähige Wickelbatterie (z.B. Optima Gelb) verbaut werden. Bei den Discovery 4 Modellen ohne Start/Stop Batterie bietet sich für den Einbau der zweiten Batterie der leere Kasten auf der Fahrerseite im Motorraum an.

Die Vorteile eines solchen Systems sind diese:
– Beide Batterien lassen sich direkt miteinander verbinden, so kann beispielsweise beim Arbeiten mit der Seilwinde zusätzlicher Strom zur Verfügung gestellt werden.
– Durch die zuschaltbare Verbindung lässt sich das Fahrzeug ohne Kabelgedöns im Notfall auch mit der Versorgungsbatterie starten.
– Die Systeme sind im Vergleich oft günstiger als Ladebooster

Aber alles was Vorteile hat, hat natürlich auch Nachteile:
– Es gibt gewisse Situationen in denen das DBS die Versorgungsbatterie nicht lädt – beispielsweise wenn die Starterbatterie voll geladen ist und die Versorgungsbatterie sehr leer ist. Dann schaltet das Fahrzeug die Lichtmaschine nicht zu und die Spannung steigt nicht über die notwendigen 13,3V. Somit wird auch die Versorgungsbatterie nicht geladen. Wenn diese Situation aber bekannt ist, kann durch eine manuelle Verbindung der beiden Batterien (per Knofpdruck) die Verbindung hergestellt werden und so kann das System ausgetrickst werden.
– Bei Fahrzeugen mit modernen Batterie-Management-Systemen (wie dem Discovery 4) kommt es öfter dazu, dass die Lichtmaschine nur mit geringerer Spannung auflädt als mit 13,3V. Dann wird ebenfalls die Versorgungsbatterie nicht mitgeladen und man muss den o.g. Trick der manuellen Verbindung anwenden.

Wo hat ein Ladebooster seinen Anwendungsbereich?

Als Alternative zu derartigen Systemen kann auch ein Ladebooster eingesetzt werden. Der Ladebooster ist zwar in der Regel deutlich teurer als ein DBS System, bietet aber in manchen Situationen auch gewisse Vorteile (aber auch Nachteile). Bei einem Ladebooster wird die Spannung die am Ladebooster anliegt (Bordspannung) durch eine elektronische Schaltung auf das optimale Ladespannungs-Niveau von 14,5V angehoben. Gleichzeitig begrenzt der Ladebooster den Strom auf einen definierten Wert, so dass beispielsweise maximal mit 5A oder 10A geladen wird. Somit ist der Anschluss eines Ladeboosters oft auch über eine Zigarettenanzünder-Buchse im Kofferraum möglich oder in einem Wohnwagen über die Anhängerdose. Sobald der Ladebooster also mit Spannung versorgt wird, beginnt er die Versorgungsbatterie zu laden – ohne dass das Risiko eintritt, dass durch die angeschlossenen Verbraucher die Starterbatterie entladen werden.
Ein Nachteil eines Ladeboosters liegt damit jedoch auch auf der Hand. Es ist keine direkte Verbindung von Versorgungsbatterie und Starterbatterie möglich. Somit auch kein Anlassen des Fahrzeuges per Knopfdruck oder das Bereistellen von zusätzlicher Energie beim Einsatz der Winde.

Letztendlich haben beide Geräte Vor- und Nachteile. Welches gewählt wird, hängt davon ab welches Ziel erreicht werden soll.

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